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Ein kleiner Einblick in unseren Arbeitsalltag: Jeden Monat machst du einen Sprung

„UN-GE-RECHT!!! Jetzt bin ich endlich 18 und die Umgänge mit meinen Geschwistern werden wieder begrenzt!“ Ungefähr das hat sie ihrer Betreuerin aufgelöst berichtet und wer weiß was gedacht, als sie erfährt, dass sie ihre Geschwister nun doch nicht in ihre Wohnung einladen kann, ja nicht einmal mit ihnen alleine rausgehen darf. Dazu muss man wissen, dass ihr ihre beiden jüngeren Geschwister über alles gehen. Trotzdem beruhigt sie sich nach kurzer Zeit wieder und hört sich die Argumente des Vormundes an.
Der Weg dahin war steinig. Schlimmste Erfahrungen und ständig wechselnde Unterbringungen haben sie äußerst misstrauisch werden lassen gegenüber jeder Form von Hilfsangeboten. Ihr Vertrauen zu gewinnen, war wie Topfschlagen im Minenfeld. Die Gewissheit, dass ihre Betreuerin es gut mit ihr meint, entstand vor allem bei einer Ferienfahrt ins Tropical Island (s. Foto) Ohne regulären Schulabschluss hat sie sich über ein Schulersatzprojekt mit Probearbeiten einen regulären Ausbildungsplatz als Fachpraktikerin Küche erkämpft. Bei der Arbeitsagentur wurde ihr zu verstehen gegeben, dass sie es sowieso nicht durchhalten wird. Aber sie hat nach anderthalb Ausbildungsjahren und mit Hilfe eines sprachgesteuerten Ipads als Nachteilsausgleich am 12. Februar 2026 ihre Zwischenprüfung bestanden. Ihre Impulsivität ist geblieben, doch sie schafft es immer besser, diese in Kraft umzuwandeln. Es ist bewundernswert, wie gut sie ihren Alltag managt, Termine einhält und wie offen und ehrlich sie geworden ist. Unsere Kollegin bringt es auf den Punkt: „Monat für Monat machst du einen gewaltigen Sprung. Auf meine Begleitung und Unterstützung dabei kannst du dich verlassen und ich glaube daran, dass du alles erreichen kannst, was du dir vorgenommen hast! “

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