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Ein kleiner Einblick in unseren Arbeitsalltag: Halt finden im KARREE49

Jahrelang war Thomas (43) es als Hauptfeldwebel gewohnt, dass seine Befehle ausgeführt werden, im Frühjahr letzten Jahres gehorchen ihm nicht einmal mehr die eigenen Beine. Aufmerksame Nachbarn sorgen dafür, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wird. Was dann kommt, ist nicht zu fassen.

Vier Monate bleibt er im Krankenhaus und erlernt dort einfache Körperfunktionen wie sitzen, laufen oder selbständig essen noch einmal neu. Nach der Entlassung geht er zum Sozialamt und erfährt, dass er das wichtigste von seinen Sachen zusammenpacken soll, weil seine Wohnung in einer Woche geräumt wird. Ab da wohnt er mal hier und mal dort, aber er lebt auch fast zwei Monate auf der Straße. „Ich habe mich von allen Ämtern im Stich gelassen gefühlt und weiß, wie es ist, bei Regenwetter im Schillerpark zu übernachten,“ stellt er nüchtern fest.

Im Juli oder August 2025 kommt er durch einen Bekannten das erste Mal mit ins KARREE49 und wird Teilnehmer in einem unserer geförderten Projekte. Letztendlich ist nicht mehr nötig als dass er hier zur Ruhe kommt, neuen Rückhalt findet und wir ihn bei Behördenkontakten unterstützen, sagt er selbst. Stand heute hat Thomas seit gut zwei Monaten wieder eine eigene Wohnung im KARREE49 und er hat ehrenamtlich den Messdienst in unserer Aquaponikanlage übernommen. Unsicherheiten bleiben zwar noch bestehen, wozu auch die Suche nach einem geregelten Arbeitsplatz gehört. Am Ende unseres Gesprächs bemerkt er: „Ich hätte mir gerne einiges erspart, bin aber stolz auf mich, dass ich mich wieder hochgekämpft habe.“

Lieber Thomas, danke, dass du dich so bei uns einsetzt. Mit Recht kannst du stolz auf dich sein.

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